Aufschauen zu Gott

Neulich, auf der Autofahrt von der Arbeit nach Hause: Schwere, sorgenvolle Gedanken in meinem Kopf: Die Arbeit im Büro hat heute nicht so gut geklappt wie gewünscht, sie füllt mich nicht aus, sondern sie raubt nur viel Zeit und Kraft. Die Zeit zum Lernen nach der Arbeit ist sehr knapp und ohne die Hilfe Gottes ohnehin nicht zu schaffen. Die Zeit für die Menschen um mich herum ist viel zu kurz. 

Und nun? Tiefes Luftholen nach langem Untertauchen

Da war diese Kassette im Auto von der Predigt über die Ewigkeit bei Gott und das Denken und Leben auf Gott hin. Und es war wie ein Befreiungsschlag, wie ein tiefes Luftholen nach langem Untertauchen im Wasser: “Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.” (Matthäus 6, 19-21)

Es gilt also sich immer wieder neu klar zu machen: Es geht nicht um das Sammeln der Schätze hier auf Erden, sondern um das Sammeln der Schätze im Himmel, wo sie unvergänglich sind. Es geht darum, über den täglichen Tellerrand hinaus auf das Ende dieser Welt zu sehen, auf den Beginn unserer herrlichen Gemeinschaft mit Gott. Doch was tun wir viel zu oft, wovon sind unsere täglichen Handlungen und unsere längerfristigen Ziele im Leben viel zu sehr bestimmt? Es lohnt sich immer wieder zu Gott zu beten und sich durch ihn die eigentlichen Motive unserer Herzen offen legen zu lassen: Arbeiten wir nicht vor allem deshalb so hart, um Geld und Besitz für uns und unsere Familien zu sammeln, mit unserem Beruf Anerkennung vor anderen Menschen oder gar Machtzuwachs, Befriedigung, Erfolgserlebnisse und Selbstbestätigung zu erlangen? Lebe ich damit nicht viel zu sehr meine alte, sündhafte, Natur, die letztendlich Unabhängigkeit von Gott erreichen will und in ihrem Innersten vor allem eitel, stolz und selbstsüchtig ist?

Sorgen können das Aufschauen zu Gott erschweren

Und was sind die Folgen? Nicht die (ohnehin nicht mögliche und vor allem nicht lohnenswerte) Unabhängigkeit von Gott wächst, sondern der Kleinglaube und die alltägliche Sorge um Leib und Leben wachsen. Denn wer sein Leben nicht um die verschiedenen Abhängigkeiten von Gott herum aufbaut, lebt auch immer weniger mit Gott. Er wendet sich immer weniger mit Gebet, Lob und Dank an Gott, weil die auf ihm lastende tägliche Sorge ihn immer mehr erdrückt und ein Aufschauen zu Gott immer mehr erschwert. 

Doch wie kommen wir da wieder heraus? Jesus zeigt uns ganz klar den besseren Weg: Indem wir zuerst nach Gott, seinem Reich und seiner Gerechtigkeit trachten, wird uns alles andere, was wir brauchen, dazugegeben. Dadurch, dass wir allein Gott nachstreben und die Abhängigkeit von ihm wachsen lassen, wird die Abhängigkeit von dieser Welt immer schwächer und damit auch die tägliche Sorge geringer. 

Dominique Mayer

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