Träumerei

Woran denkst Du, wenn beim Spaziergang in der Sonne nur das Rauschen des Windes in den hochgewachsenen Pappeln Dein Gehör beansprucht? Was für Bilder spielen sich vor Deinen Augen ab, wenn Du mit Deinem Blick in die Ferne schaust? Wovon träumen wir, wenn wir inmitten des Alltags kurz abschalten: Von Sommer, Sonne und Meer, oder eher vom “Traumjob”, “Traumpartner” oder “Traumauto”? Vielleicht träumst Du aber auch einfach nur davon, vieles noch einmal anders machen zu können.

Manchmal halten Träume uns von der Realität (und der eigentlichen Arbeit) ab, und in anderen Fällen spornen sie uns an, das ersehnte Ziel um jeden Preis zu erreichen. Welche Gruppe von Träumen träumen wir, falls wir überhaupt noch träumen? Sind wir eher Hans-guck-in-die-Luft-Träumer oder Visionäre, die für ihre Ziele arbeiten? Und welche Rolle spielt Gott in unseren Träumen? 

Ich glaube, dass die Bibel uns zum Träumen auffordert, aber wohlgemerkt sollten wir die richtigen Träume haben. Oder, anders formuliert, ist der Traum, den wir träumen, auch Gottes Traum für unser Leben? Jesus sagt: “Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.” (Matthäus 6,33a). Manchmal wünsche ich mir, ich hätte diesen Spruch in doppelter Ausführung auf den Innenseiten der Augenlider stehen. Dann könnte ich ihn, extreme Kurzsichtigkeit und eine eingebaute Beleuchtung vorausgesetzt, bei jedem Lidschlag lesen. Aber, klar, um ein bloßes Lesen geht es nicht, denn Gott will uns ja Seine Prioritäten ins Herz geben. Gott will uns nicht als Zuschauer und “Fans” sondern als “Teilnehmer am Evangelium” (Philipper 1,5). Wie oft beten wir dafür, dass wir Gottes Gedanken “träumen”? Wie oft trachten wir danach, solch ein “Teilnehmer am Evangelium” zu werden, zu sein oder zu bleiben? Und wie intensiv trachten wir danach? Jagen wir diesem Ziel mit jeder Faser unseres Körpers nach, vergessen wir alles, was uns ablenkt und, strecken wir uns mit aller Kraft aus, nach dem, was Gott uns als Ziel vorlegt? Könnten wir den folgenden Vers unterschreiben für unser Leben? “Ich vergesse, was dahinten ist, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.” (Philipper 3,13b-14).

Möglicherweise perlen solche Verse glatt an uns ab, und wir sind mit unserer Nachfolge ganz zufrieden. Vielleicht haben wir aber auch jeden Traum von einer intensiveren Nachfolge aufgrund von Rückschlägen längst aufgegeben. Aber wir sind veränderbar und kein Rückschlag ist für Gott in unserem Leben zu groß. Lasst uns Jesus bitten, dass Er uns jede falsche (Selbst-) Zufriedenheit im Leben nimmt und uns hilft, auch bei Rückschlägen, dem Traum, den Gott für unser Leben hat, nachzujagen. Wie heißt es in 2.Timotheus 4,7: “Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.” Traumhaft schön diese rückblickenden Verse, nicht wahr? Und nur bei uneingeschränkter Hingabe wird unser Leben im Licht der Ewigkeit traumhaft schön. Also, fangen wir wieder an zu träumen.

Christoph Jung

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