Eine, meine, deine Glaubensgeschichte

Jede Beziehung lebt vom gegenseitigen Vertrauen. Auch die Beziehung zu Gott. Abraham, eine biblische Persönlichkeit aus dem Alten Testament, ist uns im Vertrauen ein Vorbild.

Abraham wuchs in Ur auf, einer Großstadt an der Euphratmündung. In dieser Stadt blühte das Leben, der Handel und die Kultur. Es gab viele Tempel, wo verschiedene Götter angebetet wurden und der Gott des Mondes stand im Mittelpunkt. Ihn betete man in einem besonders prächtigen Tempel an. Ur könnte heute Köln sein, eine Großstadt mit einem Dom, mehreren Kirchen, vielen religiösen Gruppen, und einem reichhaltigen Esoterik-Angebot. Auch hier pulsiert das Leben und viele denken, sie kommen ohne Gott im Leben klar. 

Abraham hatte sich in Ur gut eingerichtet und sein Leben geregelt. In dieses geregelte Leben hinein kam Gott und holte ihn heraus. Gott hat mit ihm etwas anderes vor, etwas viel besseres. Die Initiative ging von Gott aus: Abraham war nicht unbedingt ein Gottsuchender, aber Gott war ein Abrahamsuchender.

Bei jedem Einzelnen von uns hat Gott individuell gehandelt. Vielleicht hat er aus einem von Abhängigkeiten bestimmten Leben herausgeführt, oder aus einem „mir-geht-es-doch-gut-Leben“, oder aus einem „Sumpf“. Aber immer war Gott derjenige, der herausgeführt hat und uns in ein besseres Leben gestellt hat – auch, wenn es uns nicht bewusst ist. In der Bibel wird uns berichtet, dass Gott das verlorene Schaf sucht. 

Im Falle Abrahams macht Gott eher vage Vorgaben: Er soll mit Sack und Pack los ziehen – in ein Land, das Gott ihm zeigen wird. Und er gibt ihm eine wunderbare Perspektive mit auf den Weg: ihn zu einem großen Volk zu machen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie sich die Verheißung Gottes erfüllen sollte: Abraham hatte keine Kinder und seine Frau, Sarai, war unfruchtbar. Rein menschlich gesehen war die Prophezeiung einer großen Nachkommenschaft somit nicht erfüllbar. 

Wie sieht es in Deinem Leben aus? Traust Du Gott das Unmögliche zu? Siehst Du Gott, der hinter allem steht? Zugegeben, manchmal führt Gott uns in anscheinend aussichtslose Situationen. Das gehört mit zur Glaubensschule: Gott will uns lehren, nicht auf die Schwierigkeiten, Sorgen und Ängsten zu sehen, sondern allein auf ihn. Er hat den Überblick über unser Leben, wir sind dafür zu kurzsichtig. 

Noch immer schweift unser Blick öfter auf die Probleme als den Segen, den Gott uns schenkt. Aber auch Abraham kannte Zweifel: Da er zunächst Gott nur wenig zutraute, zog er - rein zur Vorsicht – gemeinsam mit Lot aus, als Rentenversicherung. Er dachte daran, den Jungen zu adoptieren, damit er später für ihn sorgt. Aber Gott hatte sehr viel Geduld mit Abraham. Dies zeigt, dass Gott weiß: das Vertrauen in ihn muss wachsen.

Abraham bekam schließlich zu spüren, dass Gott für Ihn sorgt. Die Geduld und das Eingreifen Gottes bewahrte Abraham in Ägypten schließlich vor Schlimmerem (1. Mose 12, 10-20) als er sich seinen ersten großen Schnitzer leistete und meinte, sein Leben nur mit einer Lüge retten zu können. Obwohl er um seine Verheißung wusste, riskierte er dessen Erfüllung. Er dachte und handelte eben menschlich, so wie wir es hier und da tun. Wir entscheiden nach menschlichem Ermessen und merken gar nicht, dass wir dabei Gott im Wege stehen. 

Aber wir sind, egal in welchem Alter, noch lernfähig. Spätestens dann, wenn wir merken wie Gott „das Ding wieder gerade gebogen hat“, kommt uns zu Bewusstsein: beim nächsten Mal erst beten. Auch Abraham fing an zu lernen, und bald war er soweit, Lot, und damit seine Rentenversicherung, ziehen zu lassen. Er sucht sich das verheißene Land nicht selbst aus, sondern lässt Lot die Wahl. 

Damit fängt er an, Gott zu vertrauen. Gott wird wissen, welches Land für ihn das Beste ist, um die Verheißung zu erfüllen. Es wäre wunderbar, wenn wir wieder ganz neu lernen, Gott mehr zu vertrauen. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, mit Gott zu reden. 

Wenn wir die spannende Geschichte von Abraham weiter lesen, erkennen wir uns in weiteren Punkten wieder und lernen, was Vertrauen auf Gott für einen Gewinn bringt.

Friedhelm Heidemann

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